04.08.2020 - Christian Gassner
Eine Verabschiedung der besonderen Art
Im Rahmen einer stimmungsvollen Abiturfeier im alten fürstlichen Park beim Reitgelände verabschiedete das Fürstenberg-Gymnasium Anfang August den Jahrgang 2020. Erstmals wurde die Feier als Open-Air-Veranstaltung durchgeführt, um den derzeit geltenden Vorgaben aufgrund der Corona-Pandemie Rechnung zu tragen.
Trennung
Bedingt durch die Corona-Pandemie mussten die diesjährigen Abiturienten des Fürstenberg-Gymnasiums nicht nur ihre Prüfungen unter besonderen Bedingungen ablegen, sondern auch für die Zeugnisübergabe musste ein neues Format gefunden werden. Schüler und Schulleitung waren sich einig: Dies sollte in einer gemeinsamen Feier von Eltern, Absolventen und Lehrkräften geschehen, selbstverständlich unter Einhaltung aller gültigen Hygieneregeln. Direktor Mario Mosbacher brachte die Überlegungen in seiner Begrüßung auf den Punkt: „Wir dürfen nicht vergessen, in der Krise auch zu leben. Denn sonst vergessen wir, wofür wir all das auf uns nehmen. Zum Leben gehören Feiern, und deshalb ist es richtig und wichtig, dass wir heute – selbstverständlich mit Vorsichtsmaßnahmen – euer Abitur feiern.“
Äußerst großzügige Unterstützung erhielten die Abiturienten hierbei durch das Haus Fürstenberg. Die Familie stellte für die Feier ein Areal im alten Park auf dem Reitturnier-Gelände zur Verfügung. Fürst Heinrich lud im Vorfeld zu einem Sektempfang ein und Erbprinz Christian nahm persönlich an der Veranstaltung teil, um die Preise für die Abiturbesten zu übergeben.  Auch die Stadt Donaueschingen unterstützte den Jahrgang jederzeit mit Rat und Tat. Zusammen mit mehreren Partnern wurde ein stimmiges Konzept für die notwendige Infrastruktur und das Catering erarbeitet.  Und so fand am vergangenen Samstagabend, erstmals in elegant-sommerlicher Atmosphäre unter freiem Himmel und den alten Bäumen des Parks die Zeugnisübergabefeier des Abiturjahrganges 2020 statt.
Schulleiter Mario Mosbacher wagte in seiner Ansprache einen Rückblick aus der Zukunft auf die heutige Zeit und stellte die Frage, wie wohl aus dieser Perspektive die Wahrnehmung der jetzt getroffenen Weichenstellungen sein werde. Er betonte, dass diese gerade jetzt anstünden und forderte die Abiturienten auf, sich hier aktiv einzubringen und Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Das notwendige Rüstzeug hätten sie in ihrer Schulzeit erworben. Logisches Denken in komplexen Situationen, sachlicher Diskurs und das Hineinversetzen in fremde Perspektiven trügen dabei erheblich weiter als Verschwörungstheorien und schnelle Scheinlösungen. Mosbacher gratulierte dem Jahrgang zu einem sehr erfreulichen Abiturergebnis. Alle Prüflinge haben das Abitur bestanden. Mit einem Notendurchschnitt von 2,3 und einem sehr guten Abschneiden in den schriftlichen Abiturprüfungen – teilweise weit über dem Landesschnitt – verlässt ein leistungsstarker Jahrgang das Gymnasium. „Vor allem aber verabschieden wir heute Abend junge Menschen, die uns in den vergangenen acht Jahren ans Herz gewachsen sind.“
Im Anschluss erhielten alle Abiturienten ihr Reifezeugnis und die Schüler bedankten sich bei den Tutoren und Lehrern der vierstündigen Kurse mit sehr persönlichen Geschenken. Dieser Programmteil wurde umrahmt von musikalischen Beiträgen von Ferdinand Laule (Abiturjahrgang 2021) sowie Judith Quilamba und Frederick Würth (beide Abiturjahrgang 2019).
Zum Abschluss der Feier wurden Lobe, Preise und Sonderauszeichnungen an diejenigen Schülerinnen und Schüler verliehen, die in der Kursstufe und den Abiturprüfungen besondere Leistungen erbrachten.
Die Präsidentin der Deutsch – Französischen Gesellschaft, Nicole Nivoley, überreichte hierbei die Französisch-Preise an Shahin Alassani und Annika Hommer. Gerade in der jetzigen Zeit sei es wichtig, die Verbindung von Deutschland und Frankreich, und damit das Erlernen der Französischen Sprache und den Austausch zwischen beiden Ländern, zu fördern. Dies motiviere die DFG, diese beiden Auszeichnungen zu stiften.
Erbprinz Christian zu Fürstenberg ließ es sich nicht nehmen, persönlich die Goldenen Uhren als Abiturpreis an Annika Hommer (Notendurchschnitt 1,0) und Aaron Schwarzwälder (Notendurchschnitt 1,1) zu verleihen. Auch er griff in seiner Ansprache die Corona-Krise auf: „Krisenzeiten sind in meinen Augen Zeiten der Chancen. Chancen Dinge zu lernen, zu verändern und zu verbessern. Sie sind die Generation, die die Welt verändern möchte. Fridays for Future ist hierfür ein Beispiel. Machen Sie etwas mit Ihrer exzellenten Ausbildung. Lassen Sie sich niemals vom Leben entmutigen. Gehen Sie raus in die Welt und nutzen Sie die Chancen, die Sie Ihnen gibt.“
In ihrer anschließenden Rede griffen die beiden Jahrgangsbesten genau diesen Gedanken auf und  ließen ebenso noch einmal die vergangene Schulzeit Revue passieren. Zum Abschluss bedankten sie sich nochmals im Namen des gesamten Jahrganges bei allen Lehrkräften sowie der Schulleitung für die gute Begleitung gerade auch in den vergangenen Monaten und beendeten damit eine ganz besondere Abschlussfeier.
Fotos: Roger Müller
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